Jackie Chans erster großer Anlauf in Hollywood
Die große Keilerei, international als The Big Brawl beziehungsweise Battle Creek Brawl bekannt, sollte Jackie Chan einem amerikanischen Publikum als neuen Martial-Arts-Star vorstellen. Die Geschichte versetzt ihn als Jerry Kwan in ein bewusst überzeichnetes Chicago der 1930er-Jahre. Gangster zwingen den jungen Kämpfer zur Teilnahme an einem brutalen Wettbewerb, dessen Sieger nicht allein mit Technik, sondern auch mit Nehmerqualitäten überzeugen muss.
Regisseur Robert Clouse war durch Der Mann mit der Todeskralle eng mit dem internationalen Bruce-Lee-Boom verbunden. Genau darin liegt ein Grundproblem des Films: Jackie erhält zwar komödiantische Momente, wird aber noch zu oft wie ein klassischer geradliniger Kampfstar inszeniert. Sein späterer Stil lebt von längeren Einstellungen, räumlicher Übersicht und improvisierten Requisiten; hier bestimmen häufiger amerikanische Schnittmuster und ein schwereres Tempo.
Action zwischen Straßenschlägerei und Turnierfilm
Am stärksten ist der Film, wenn Jackie sich bewegen darf. Die Straßenszenen, eine ungewöhnliche Rollschuhpassage und das große Turnier zeigen bereits seine Fähigkeit, einen Kampf zugleich athletisch und verspielt anzulegen. Jerry wirkt nicht unverwundbar. Er muss Treffer einstecken, Situationen lesen und seine Umgebung nutzen – Eigenschaften, die später zu Markenzeichen seiner Hongkong-Filme wurden.
Das Turnierfinale ist solide, erreicht aber nicht die Präzision von Meister aller Klassen oder den Einfallsreichtum von Projekt A. Die Gegner sind eher Hindernisse als Figuren, und die amerikanische Inszenierung findet noch keine ideale Form für Jackies Timing. Dadurch ist Die große Keilerei weniger ein vergessener Höhepunkt als ein faszinierendes Dokument darüber, wie schwer sich sein Stil in ein fremdes Produktionssystem übertragen ließ.
Lohnt sich Die große Keilerei heute?
Wer einen typischen Jackie-Chan-Klassiker erwartet, dürfte den Film als etwas steif empfinden. Ausstattung und Grundidee besitzen Charme, doch Humor, Nebenfiguren und Dramaturgie wirken ungleichmäßig. Interessanter wird der Film im direkten Vergleich mit Der Protektor und Rumble in the Bronx: An diesen drei Stationen lässt sich erkennen, wie Jackie zunächst angepasst wurde und später immer mehr Kontrolle über seine internationale Leinwandfigur gewann.
Für Komplettisten und Fans seiner Karriereentwicklung ist Die große Keilerei deshalb sehenswert. Als Einstieg eignen sich Police Story, Powerman oder Projekt A besser. Als frühes Hollywood-Experiment zeigt der Film jedoch sehr deutlich, welche kreativen Freiheiten Jackie benötigte, damit aus guter Kampfkunst wirklich unverwechselbares Jackie-Chan-Kino werden konnte.
Häufige Fragen zu Die große Keilerei
War Die große Keilerei Jackie Chans erster Hollywood-Film?
Der Film war sein erstes großes amerikanisches Hauptrollenprojekt. Jackie hatte zuvor bereits international gearbeitet, doch Die große Keilerei sollte ihn gezielt als Star für den US-Markt etablieren.
Wie heißt Die große Keilerei im Original?
Der internationale Titel lautet The Big Brawl; in einigen Veröffentlichungen wird der Film Battle Creek Brawl genannt.
